•Zum Abschluss ein Lächeln•

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Von Phnom Penh ging es am 19.August mit dem Bus weiter in die größte Stadt Vietnams: Ho Chi Minh City (auch Saigon). Und schon während der Busfahrt ist uns eines aufgefallen: Vietnam ist wesentlich weiter entwickelt und wohlhabender als Kambodscha, was man nicht nur an den unzählingen Mopeds und den Leuchtreklamen, sondern auch am modebewussten Aussehen der Vietnamesen erkennt. Im Stadtzentrum sind dann auch zahlreiche Luxusmarken mit eigenen Läden vertreten und die Auswahl an guten Restaurants ist groß. Die geschichtsträchtige Stadt mit ihren 7 Millionen Einwohnern ist schnelllebig und pulsierend. In den Hauptverkehrszeiten sind die Strassen fest in der Hand der knatternden Mopeds und ein Straßenseitenwechsel stellte uns nicht selten vor große Herausforderungen.

Wir schlenderten durch das lebendige Backpackerviertel und aßen eine landestypische Nudelsuppe (Pho), gefolgt von einem „Saigon Beer“. Der Besuch im „War Museum“ war ziemlich krass und alles war sehr subjektiv dargestellt – um nicht zu sagen: meinungsbildend (Propaganda gegen die USA)! Neben Panzern und unterschiedlichen Kriegswaffen werden dort auch unzensierten Bildern von Kriegsopfern ausgestellt – ziemlich grausam!

Nach so viel schwerer Kost war es dann auch mal wieder Zeit für etwas Erholung. Und so ging es nach Mui Ne – einem Ort am Chinesischen Meer mit einem weitläufigen Strand und gutem Windbedingungen zum Kitesurfen. Mit dem Moped erkundeten wir die nahegelegenen Sanddünen und den „Fairy Stream“ – ein flacher Flusslauf umgeben von imposanten Sandformationen.

Mit dem Nachtzug ging es weiter nach Hoi An – unserem Favoriten von all den Orten, die wir in Vietnam gesehen haben! Dieser Ort bietet einfach alles, was man sich nur wünscht: eine nette Altstadt mit kleinen Gassen, netten Restaurants und einer tollen Atmosphäre, sowie schöne Strände. Mit dem Fahrrad erkundeten wir die wunderschöne Umgebung mit den saftig grünen Reisfeldern und den liebenswerten Vietnamesen. Am „An Bang Beach“ leihten wir uns ein Surfbrett aus und stürzten uns in die Flutten. Hoi An ist zudem für seine vielen Schneiderläden bekannt – unser Geldbeute ließ aber leider kein maßgeschneidertes Dress zu. So schön es auch war; nach 3 Tagen brachen wir auf gen Norden, denn die Zeit saß uns im Nacken. Mittlerweile bedauern wir es, dass wir dort nicht mehr Zeit verbracht haben.

Auf dem Weg nach Hue durften wir dann auch noch mal erleben, wie es sich anfühlt, in einem vietnamesischen „Liegesitz-Bus“ mitzufahren: ziemlich bescheiden! Vorallem, wenn dieser so mit Leuten vollgestopft wird, dass Matten in die Gänge gelegt werden und murrige Touristen dort wiederwillig Platz nehmen mussten. Zum Glück waren es nur 4 Stunden bis nach Hue – die uns allerdings schon gereicht haben, da die Liegesitze auf den Durchnittsvietnamesen und nicht auf Nordeuropäer zugeschnitten sind (50 x 150cm).

In Hue schauten wir uns die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt an (nach dem Vorbild in Peking) und schlenderten über den Wochenmarkt, der von Lebensmitteln über Haushaltsartikel bis zu Technikgedöns mal wieder alles im Angebot hatte. Vor unserer Abfahrt wurden wir im Hotel noch zu einem traditionellen „Vollmond-Lunch“ eingeladen und brachen dann gut gestärkt auf nach Hanoi (per Nachtzug).

Unsere Hoffnung, dass der vermeintlich neuere Nachtzug bessere Schlafabteile für uns bereit hielt, wurde nicht bestätigt und so hieß es „Augen zu und durch!“. Bei Sonnenaufgang lief der Zug in der vietnamesischen Hauptstadt ein. In Hanoi kamen wir bei Paul und Jyldyz unter – einen lieben Couchsurf-Pärchen, welches uns für die letzten Tage unserer Reise herzlich bei sich aufnahm. Hanoi ist eine ziemlich verkehrsreiche Stadt: überall wuseln Mopeds rum, Autos und Busse bahnen sich ihren Weg hupend durch die Massen und die Gehwege sind vielerorts von kleinen „Suppenklitschen“ und deren Kundschaft auf Miniatur-Plastikhockern in Beschlag genommen – sprich: oft bleibt einem nur der Schritt auf die stark befahrene Fahrbahn, was Hanoi nicht gerade fußgängerfreundlich macht.

Neben dem Besuch des Völkerkundemuseums (Museum of Ethnology) stand nicht mehr wirklich viel auf dem Zettel. So schlenderten wir durch das wuselige Altstadtviertel Hanois mit seinen schönen Fassaden und kleinen Geschäften.

Wir haben lange hin und her überlegt, wohin unser letzter Ausflug gehen soll. Das angebliche Must-See Halong Bay wurde relativ schnell von unserer Liste gestrichen, denn wir sahen es nicht ein, zu viel Geld für eine Gruppen-Touri-Bootstour durch eine Bucht zu buchen, in der auch 199 andere riesen Boote genau das Selbe tun… das andere Ziel, das Bergdorf Sapa, in der Nähe der chinesische Grenze, wird hauptsächlich wegen seiner schönen Reisterrassen und des dort lebenden Volkes einer ethnischen Minderheit (Hmong) besucht. Doch auch hier lassen Berichte aus dem Internet erahnen, dass die Menschen sich dort fast nur noch für die Touris in ihren traditionellen Kleidern blicken lassen. Zudem kämen 2 weitere Nachtzugfahrten… hmm, nein Danke!

Also, auf der Suche nach Ursprung und toller Natur fanden wir unser Ziel: Ninh Binh (100km südlich von Hanoi). Wir sattelten ein Moped und los ging es. Der Weg war die Hölle! Einst den quirligen Hauptstadtverkehr durchdrungen, denkt man es geht nicht schlimmer. Geht’s aber doch: staubige Schlaglochpisten, mit hupenden Lastern und Bussen, die wie die Irren überholen, bremsen, abbiegen und fahren. Zwischendrin dann mal wieder eine Last die von Pferden gezogen wird… nach 3 Stunden kamen wir zum Glück heil am Ziel an (abgesehen von der Staublunge, der gestauchten Wirbelsäule und dem wunden Hintern ;) ).

Der Ort an sich war nicht besonders. Aber die Umgebung ist traumhaft! Man sagt es sei die Halong Bay, nur ohne das Meer. Dafür gibt es hier Flüsse, die sich durch die mächtigen Karstfelsen schlängeln. Saftig grüne Reisfelder und herzensgute Einheimische. Keiner, der einem irgendetwas verkaufen möchte, kein Straßenlärm…ein wirklich empfehlenswertes Ziel! Und wir haben es nicht mal bei purem Sonnenschein gesehen. Das Wetter spielte nicht ganz mit – Regen! Auch auf dem Weg zurück nach Hanoi…(sollt das hier die Einstimmung auf den bevorstehenden deutschen Herbst sein?)

Die letzten 2 Tage unserer 1-jährigen Weltreise verbrachten wir dann bei Paul und seiner Frau Jyldyz in Hanoi und hatten eine lustige Zeit zusammen. Es  wurde viel geredet und gegessen. Wir stopften uns noch mal ordentlich mit all den saftig, frischen Tropenfrüchten voll :-)

…Und jetzt ist auch schon Freitag, der 7.September 2012 und wir werden morgen die Heimreise antreten. Aus und vorbei! Es ist so weit! Ein Jahr ist rum und das Geld ist „verbraten“! Wir können unsere Gedanken und Gefühle gar nicht so recht beschreiben. Wie wird sich das zu Hause sein anfühlen? Der Alltag? Was ist das überhaupt? Aber eins steht fest: wir hatten eine grandiose Zeit, die wir nie im Leben vergessen werden und freuen uns jetzt unendlich doll darauf, Familie, Freunde und Hamburg wiederzusehen!

Also…den nächsten Bericht gibts dann aus Hamburg und jetzt nehmt euch Zeit für ein bisschen Fernweh, denn hier gehts zu den Fotos!

Bis bald, Welt!

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