•Alles Roger in Kambodscha•

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Von Bangkok aus ging die Reise am 12.August weiter gen Osten. Nach 6 Stunden Busfahrt und weiteren 2 Stunden Schlange stehen, übertraten wir die kambodschanische Grenze. Sofort wurden wir zum Spielball der dort vorherrschenden Korruption: „You have passport photo? No? Give me US$ 3!“ (Hast Du ein Passfoto? Nein? Gib mir 3 Dollar) und auch die “Bus-Mafia” hat ihre eigenen Regeln.

 

Man wird in einen kostenlosen Shuttlebus gesetzt, der einen zum internationalen Busbahnhof karrt und hat dann die Wahl zwischen einem überteuerten Taxi oder dem Bus, der erst abfährt, wenn er voll ist. Friss oder stirb! Wir entschieden uns für den Bus! Nach vielem Hin und Her fuhr dieser dann auch nach 2 Stunden warten ab, machte standesgemäß eine lange Pause bei einem schäbigen Restaurant der „Bus-Mafia“ bis wir dann nach weiteren zwei Stunden in Siem Reap ankamen. Überteuerte Tuk-Tuks warteten schon gierig auf uns Touris. 6 Stunden für 150km ist eine echt miserable Bilanz!

 

In Siem Reap verbrachten wir dann 2 Tage und es gefiel uns recht gut. Hauptsächlich stopt man hier wegen der Tempelanlagen Angkor Wat, Angkor Thom und Ta Prohm (wo der Film „Tomb Raider“ gedreht wurde), die uns sehr beeindruckten. Es ist einfach erstaunlich, wozu die Menschen vor knapp 1000 Jahren schon im Stande wahren und wie gut diese Werke erhalten geblieben sind.

 

 

Dann ging es mit dem Bus in die Hauptstadt Kambodschas, nach Phnom Penh. Dort trafen wir unsere argentinischen Freunde Maggie und Roy nach vier Monaten wieder und sie beschrieben unsere gemeinsame Zeit wie folgt:

 

When someone travels around the world not only discovering new worlds, different cultures and amazing sceneries, but one also finds beautiful people like Patrick and Sonja. A dinner in between, a few beers, many anecdotes and life stories, and suddenly we are just great friends. During a trip, the time spent with friends turn into months and each day’s activity becomes an invaluable story.

 

In Phnom Penh we learned about the sad background of this suffering country Cambodia. Together we visited the „Tuol Sleng Genocide Museum“ which used to be a school that the Khmer Rouge turned into a torture centre where prisoners were confined and treated like animals until the time of their death.

 

 

With goose bumps and a lump in the throat we walked around the „classroom-cells“ of the old prison. A blow to the heart, but the class history was not complete, we still had the Choeung Ek „Killing Fields“ on the list, one of the many places where one of the greatest genocides of the world was carried out.

 

Thousands of thousands „prisoners“ arrived daily at this site and were killed in the most horrible ways and then buried in huge mass graves. With our hearts broken into several pieces and a huge feeling of sadness we learnt the day’s lesson: „Never again.“

 

Die Vergangenheit Kambodschas hat bei uns allen Gänsehaut hinterlassen. Das grausamste an der ganzen Geschichte ist, dass außerhalb Kambodschas keiner etwas von den menschenverachtenden Machenschaften der Roten Khmer mitbekam. Erst als Pol Pot größenwahnsinnig Vietnam angriff (1978) und diese zurückschlugen, wurde der Massenmord bekannt.

 

Am nächsten Tag besuchten wir den “Russian Market” in Phnom Penh und waren von der Vielseitigkeit beeindruckt. Von Handtaschen über Kunst bis hin zu Lebensmitteln wurde dort alles angeboten. Anschließend machten wir uns auf zum Königspalast (Royal Palace). Die „Silver Pagoda“ und die anderen Gebäude sind prunkvoll und majestätisch. Alles wirkt pompös und ist mit Schnitzereien und Verzierungen versehen. Hauptattraktion neben den Fliesen (100% Silber) im Boden, ist der lebensgroße „Maitreya Buddha“ in der Mitte des Gebäudes, eine 90 kg schwere Buddha-Statue aus reinem Gold mit 9584 Diamanten. Wir schlenderten anschließend die Uferpromenande entlang und ließen den Tag mit einem „Sundowner“ auf einer Dachterrasse ausklingen.

 

 

Phnom Penh ist definitive eine Reise wert und bietet einen tiefen Einblick in die dunkle Vergangenheit Kambodschas. Es half uns sehr zu verstehen, warum Kambodscha ist, was es heutzutage ist. So ein Besuch lässt uns unser Leben und unsere Freiheit sehr schätzen. Denn selbst heute, Jahrzehnte nach den Gräueltaten ist die Vergangenheit stets präsent: das Land ist nachwievor stark vermint und noch lange nicht alle Verbrecher (Anhänger der Roten Khmer) verurteilt.

 

Phnom Penh selbst ist zudem eine interessante Stadt voller Relikte aus der Kolonialzeit (französisch) und traditionellen kambodschanischen Gebäuden. Hinzukommt, dass es kaum hohe Gebäude gibt und man sich eher wie in einer südeuropäischen Hafenstadt fühlt.

 

Die zwei Tage mit Maggie und Roy waren einfach großartig und die Zeit verging viel zu schnell. Wir hoffen, dass wir uns schon bald wieder sehen werden! Während die beiden mehr von Kambodscha bereisen, führt unser Weg nun ins 20. und damit letzte Land unserer Weltreise: Vietnam.

 

Hier kannst Du dir Fotos aus Kambodscha anschauen.

 

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